Digitalisierung und Interprofessionalität: Reicht technisches Know-how?

Künstliche Intelligenz, Algorithmen und digitale Assistenzsysteme verändern die Gesundheitsversorgung. Doch reicht es aus, Gesundheitsfachpersonen im Umgang mit neuen Technologien zu schulen?

In seinem 2019 veröffentlichten Essay «Blindflug in die eHealth-Welt?» hinterfragt Beat Sottas, ob die Ausbildung der Gesundheitsberufe ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet. Anhand von Bildungsempfehlungen aus Deutschland und der Schweiz kritisiert er, dass vor allem technische Kompetenzen und digitale Infrastrukturen im Vordergrund stehen. Grundlegende Fragen zu Berufsidentitäten, zwischenmenschlichen Beziehungen und professionellem Handeln würden hingegen zu wenig berücksichtigt.

Besonders relevant für die Interprofessionalität ist seine Forderung, traditionelle Berufsgrenzen zu überwinden und die Zusammenarbeit stärker an komplexen Versorgungsbedürfnissen auszurichten. Dabei sollen Patient:innen und Angehörige aktiv einbezogen werden. Perspektivisch müsse Interprofessionalität auch die Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz, digitalen Assistenzsystemen und Robotern berücksichtigen.

Der Essay regt damit auch heute zur Diskussion an: Wie muss sich die interprofessionelle Bildung weiterentwickeln, damit Gesundheitsfachpersonen die digitale Transformation aktiv mitgestalten können?

Publikation: Sottas, B. (2019). Blindflug in die eHealth-Welt? Bildungsdefizite machen Professionalisierungsbemühungen der Gesundheitsberufe zunichte. International Journal of Health Professions, 6(1), 68–78.

Zur Publikation: https://doi.org/10.2478/ijhp-2019-0008

Verfasserin: Julienne Rüeger

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