Autor:innen: Marietta Handgraaf, Martina Schlüter-Cruse, Anita Hausen
Link: Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung
Inhalt:
Die Publikation analysiert zentrale Begrifflichkeiten der interprofessionellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, insbesondere Kollaboration, Kooperation, Koordination, Netzwerkarbeit und Teamarbeit. Ziel ist es, definitorische Merkmale sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Konzepte systematisch herauszuarbeiten. Grundlage bildet eine umfassende Literaturanalyse von 118 wissenschaftlichen Artikeln sowie deren Einordnung anhand des Input-Prozess-Output-Modells.
Die Ergebnisse zeigen, dass die verwendeten Begriffe in der Literatur häufig unscharf und teilweise synonym genutzt werden, wodurch eine klare Abgrenzung erschwert wird. Gleichzeitig lassen sich charakteristische Unterschiede identifizieren, beispielsweise hinsichtlich Intensität der Zusammenarbeit, Grad der Integration sowie gemeinsamer Verantwortungsübernahme.
Relevanz für Praxis und Ausbildung:
Die Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit einheitlicher Terminologien für Forschung, Lehre und Praxis. Insbesondere in der interprofessionellen Ausbildung sind klare Definitionen zentral, um Kompetenzen gezielt zu entwickeln und Zusammenarbeit effektiv zu gestalten. Zudem wird deutlich, dass interprofessionelle Zusammenarbeit kontextabhängig ist und sich entlang eines Kontinuums unterschiedlicher Intensität bewegt.
Fazit:
Die Publikation leistet einen wichtigen Beitrag zur konzeptionellen Schärfung interprofessioneller Zusammenarbeit. Sie zeigt auf, dass eine differenzierte und konsistente Begriffsverwendung essenziell ist, um sowohl die Versorgungsqualität als auch die wissenschaftliche Vergleichbarkeit von Studien zu verbessern.
Erschienen in HeilberufeScience
Handgraaf, M., Schlüter-Cruse, M. & Hausen, A. Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung – eine Analyse verwandter Begrifflichkeiten. HBScience 17, 44–61 (2026).
Verfasser:in: Julienne Rüeger
